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23.7.2008 von stef.
Eine Kollegin hat mir gestern eine nette Anekdote erzählt. Ob diese der Wahrheit entspricht oder nur eine urbane Legende ist, sei dahin gestellt. Es kann auch sein, dass der Inhalt mittlerweile etwas verfälscht ist (”stille Post”). Die Anekdote handelt von dem letzten Bewerbungsgespräch einer ihrer Studentinnen. Diese Studentin, nennen wir sie der Einfachheit halber Susi Sorglos, sitzt also im Vorstellungsgespräch bei einem Saarländischen Unternehmen. Der Interviewer klappert einige Themengebiete ab.
Dann fragt er Susi: “Kennen Sie Brad Pitt?”
Wie aus der Pistole geschossen kommt: “Ein amerikanischer Schauspieler!”
Interviewer: “Welches ist Ihre Lieblingssendung?”
Antwort: “Deutschland sucht den Superstar!”
“Wer hat beim letzten Wettbewerb gewonnen?”
“Thomas Godoj!”
“Wie heißt der deutsche Bundespräsident?”
“Ähhhhhhh” – gähnende Leere.
Dann zeigt der Interviewer der Kandidatin noch ihr Anschreiben und ihren Lebenslauf.
Einige Stellen sind mit Textmarker hervorgehoben. Er weist Sie freundlich auf diese Rechtschreibfehler hin. Susi Sorglos kann es nicht fassen und fällt aus allen Wolken: “Das ist nicht meine Schuld! Ich habe die Bewerbung meiner Deutschlehrerin zum Korrigieren gegeben. Ich bin betrogen worden.”
Susi Sorglos hat die Stelle natürlich nicht bekommen. Ich frage mich, ob Susi darauf hin ihrer Deutschlehrerin einen Besuch abgestattet hat…
Letztes Jahr habe ich noch in einer kleinen IT-Firma in Mannheim gearbeitet, die auf die Beratung und Entwicklung von maßgeschneiderten individuellen Softwarelösungen spezialisiert ist. Softwareentwicklung ist ein komplexes Geschäft und ständig passieren Fehler. Aus Spaß haben wir intern immer in solchen Fällen gesagt “Mein Hund hat den Quelltext gefressen”, in Anlehnung an das Buch “Der pragmatische Programmierer” von David Thomas und Andrew Hunt. Für jeden von uns war und ist es selbstverständlich, dass wir die volle Verantwortung für unser Tun und damit auch für unsere Fehler übernehmen. Und gegenüber einem Kunden muss dann eben auch mal der Projektleiter seinen Kopf für das gesamte Team hinhalten…
Ach und übrigens: “Horst Köhler” wäre die richtige Antwort gewesen.
Geschrieben in Gott und die Welt | Drucken | 1 Kommentar »